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(TTC metabo Frickenhausen e.V.) |
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Eine Nachricht aus dem Portal Freestyle Stuttgart |
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Der Topfavorit und der Titelverteidiger stehen vor dem Aus
Der TTC metabo Frickenhausen hat sich eine glänzende und Müller Würzburger Hofbräu eine
gute Ausgangsposition für das Erreichen des Endspieles um die deutsche Tischtennismeisterschaft
geschaffen: Nach einem sensationell klaren 6:1-Erfolg über Topfavorit Borussia Düsseldorf
benötigt Frickenhausen im Rückspiel am kommenden Sonntag in Düsseldorf nur noch zwei
Spielgewinne zum Finaleinzug, deren vier reichen Würzburg in eigener Halle nach dem 6:4-
Auswärtserfolg bei Titelverteidiger TTF Liebherr Ochsenhausen.
Damit hätten wohl auch die kühnsten Frickenhauser Optimisten und Düsseldorfer Pessimisten nicht
gerechnet: Mit einem 6:1 heizte der Vorrunden-Vierte dem Tabellenersten bei tropischen Temperaturen
in der Sporthalle Auf dem Berg ein und schuf sich ideale Voraussetzungen, um zum zweiten Mal
nach 1999 wieder mal ins Finale um die deutsche Meisterschaft einzuziehen. Grundsteine zu dem
deutlichen Erfolg des TTC metabo Frickenhausen waren der Gewinn beider Doppel, der nicht unbedingt
einkalkulierte Sieg von Jens Lundqust gegen Mannschafts-Europameister Michael Maze und die
Energieleistung von Torben Wosik, der gegen seinen Nationalmannschaftskollegen Christian Süß
einen 0:2-Satzrückstand noch drehte. Überragender Akteur bei den Gastgebern freilich war Ma Wenge,
der mit drei Punkten alle Kritiker eines Besseren belehrte, die seine Verpflichtung vor der Saison
mit Skepsis betrachtet hatten, weil der Chinese in den beiden vergangenen Jahren Grenzaus Verlierer
in den Play-off-Finals gewesen war. TTC-Manager Christoph Reuhl fand nach dem erfolgreichen Hitzegefecht
die richtigen Worte: „Es war spürbar, dass sich die Spieler intensiv mit dem Halbfinale auseinandergesetzt
haben. Sie sind heiß darauf zu gewinnen.“ Kühl blieb Reuhl allerdings, was die weiteren
Aussichten betrifft: „Man hat gesehen, wie knapp einige Spiele ausgegangen sind. Wir werden in
Düsseldorf hart kämpfen müssen, um zwei Punkte zu machen, die wir zum Weiterkommen benötigen.“
Borussia Düsseldorf erwischte einen rabenschwarzen Tag und hatten auch noch das Pech, dass Stegers
Sieg nach der Pause gegen Lundquist nicht mehr in die Wertung kam. „Ich bin sehr enttäuscht.
Das ist mit Abstand die schlechteste Leistung in meiner persönlichen 21-jährigen Vereinsgeschichte“,
sagte Düsseldorfs Trainer Andreas Preuß, , „mit Ausnahme von Danny Heister hat heute niemand
seine Leistung abgerufen.“ Besonders hart ging Preuß mit Michael Maze ins Gericht: „Michael hat
mich zur Weißglut getrieben. Er hat zig Mal gegen Lundquist gewonnen. Aber heute, wenn es um
etwas geht, versagt er. Das darf einem Profi einfach nicht passieren. Er muss endlich begreifen, dass es
nicht immer nur um eine WM oder um Olympische Spiele geht. Im Nachhinein war es ein Fehler, ihn
überhaupt aufzustellen. Die Niederlage schmerzt vor allem, weil wir von der Papierform in fast allen
Vergleichen besser sind. Wir hätten für das Halbfinale keinen angenehmeren Gegner bekommen können.“
Daher hat Preuß das Finale auch noch nicht völlig aus den Augen verloren: „Unmöglich ist ein
6:1 das nicht. Wir haben Frickenhausen im März schon einmal mit 6:0 nach Hause geschickt. Aber
bleiben wir realistisch – dafür muss jetzt einiges passieren. Mit der Einstellung von heute wird das
nichts.“
Enttäuschung, aber noch keine Resignation herrschte auch beim Titelverteidiger TTF Liebherr Ochsenhausen
nach dem 4:6 gegen Würzburg. „Unsere Doppelschwäche zieht sich wie ein roter Faden
durch die Saison“, ärgerte sich TTF-Präsident Rainer Ihle über den erneuten Fehlstart, der vermeidbar
gewesen wäre. Denn Mazunov/Cioti hatten das stärkste Bundesliga-Doppel, Korbel/Leung, am Rand
einer Niederlage, doch das TTF-Duo konnte bei einer 2:0-Satzführung ein 6:0 und 10:8 im dritten
Durchgang nicht nutzen, und auch im fünften Satz reichten ein 5:2 und 7:5 nicht zum Sieg. „Diesen
Punkt haben wir uns geklaut“, räumte Petr Korbel hinterher ein. Der Tscheche blieb in den Einzeln
zwar ohne Sieg, doch für Würzburgs Spitzenmann sprangen die anderen in die Bresche – allen voran
Feng Zhe. Der Chinese, zuletzt das Sorgenkind der Unterfranken, gewann gegen seinen Ex-Klub nach
dem Doppel auch beide Einzel gegen Dmitrij Mazunov und Fedor Kuzmin. Leung Chu-Yan bezwang
wie schon in den beiden Bundesliga-Duellen Chuang Chih-Yuan, und zum Matchwinner avancierte
Evgueni Chtchetinine. Im ersten Einzel gegen Kuzmin noch chancenlos, lieferte sich am Ende einer
vierstündigen Hitzeschlacht in der Biberacher BSZ-Halle ein hochdramatisches Duell mit Dmitrij Mazunov.
Würzburgs weißrussischer Abwehrspezialist holte sich die beiden ersten Sätze jeweils nach
8:10-Rückstand mit 12:10, die beiden nächsten Durchgänge gingen deutlich an den TTF-Kapitän, und
im nervenaufreibenden Entscheidungssatz hatte Chtchetinine das glücklichere Ende. „Es ist nicht
leicht für mich gegen Mazunov, weil er kaum leichte Fehler macht. Im fünften Satz habe ich alles
vergessen, was zuvor war, und mich nur noch auf jeden einzelnen Ball konzentriert. Am Ende war ich
der Glücklichere.“
Würzburgs Manager Frank Müller sprach von einem „Ergebnis, das den heutigen Leistungsstand
beider Mannschaften korrekt widerspiegelt.“ TTF-Präsident Rainer Ihle kritiesierte neben der Doppelschwäche
seines Teams kritisierte vor allem die dürftige Leistung von Chuang Chih-Yuan vor der
Pause: „Das war für eine Nummer eins einfach zu wenig.“ Ansonsten könne man der Mannschaft –
schon gar nicht dem herausragenden Adrian Crisan – in kämpferischer Hinsicht keinen Vorwurf machen.
Trotz der nun denkbar schlechten Ausgangsposition gibt Rainer Ihle den Kampf ums Finale
noch nicht auf: „Würzburg hat heute schon gefeiert, aber wenn wir im Rückspiel einen Punkt im Doppel
holen, ist ein 6:3 möglich.“
HALBFINAL-HINSPIELE:
TTF Liebherr Ochsenhausen – Müller Würzburger Hofbräu 4:6
TTC metabo Frickenhausen – Borussia Düsseldorf 6:1
HALBFINAL-RÜCKSPIELE:
So. 05.06.2005 14:00 Borussia Düsseldorf – TTC metabo Frickenhausen
So. 05.06.2005 15:00 Müller Würzburger Hofbräu – TTF Liebherr Ochsenhausen
Stenogramme:
Ochsenhausen – Würzburg 4:6: Chuang/Crisan - Feng/Fan 6:11, 9:11, 9:11; Mazunov/Cioti - Korbel/
Leung 12:10, 13:11, 10:12, 7:11, 7:11; Chuang Chih-Yuan - Leung Chu-Yan 5:11, 9:11, 7:11;
Adrian Crisan - Petr Korbel 14:12, 6:11, 11:8, 9:11, 11:7; Fedor Kuzmin - Evgueni Chtchetinine 11:7,
11:7, 11:7; Dmitrij Mazunov - Feng Zhe 11:5, 9:11, 4:11, 11:3, 6:11; Chuang - Korbel 11:6, 11:9,
16:18, 5:11, 11:9; Crisan - Leung 11:5, 11:9, 13:11; Kuzmin - Feng 6:11, 6:11, 9:11; Mazunov -
Chtchetinine 10:12, 10:12, 11:2, 11:5, 11:13.
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Original-Pressemitteilung
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Artikel
vom 30.05.2005, 10:14 Uhr
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